Nils Lindhorst
Travel Designer
Ich bin Nils, Senior Reiseplaner bei Take Memories. Meine Welt sind vor allem drei Regionen, die unterschiedlicher kaum sein könnten – der Orient, Lateinamerika und Ostafrika mit den Gorillaländern –, und alle drei bereise ich seit vielen Jahren selbst, privat wie beruflich. Für jede dieser drei Welten gibt es bei Take Memories eine eigene, spezialisierte Seite. Doch meine Reisen reichen darüber hinaus, unter anderem bis nach Asien, Nordamerika und Australien. Was ich dabei erlebe, fließt direkt in die Reisen ein, die ich für meine Kunden gestalte: keine Ziele vom Reißbrett, sondern Orte, an denen ich selbst war und die ich mit Überzeugung weiterempfehle.
Es kann sein, dass ich an ein und demselben Tag eine Amazonas-Expedition entwerfe, ein Gorilla-Tracking in Uganda vorbereite und eine maßgeschneiderte Japan-Reise plane – von der Sushi-Klasse bis zur Nacht im buddhistischen Tempel. Was all diese Orte verbindet, ist, dass ich sie selbst erlebt habe – und genau dieses Wissen aus erster Hand gebe ich an die Menschen weiter, die mir ihre Reise anvertrauen. Das ist die Essenz meines Jobs, und so wird meine Arbeit zu meiner absoluten Leidenschaft.
Auf meiner Bucketlist
Okavango-Delta, Botswana
Ganz oben auf meiner eigenen Wunschliste steht seit vielen Jahren das Okavango-Delta in Botswana. Was mich daran besonders reizt, ist eine ganz eigene Art, auf Safari zu gehen: im Mokoro, dem traditionellen Einbaum, lautlos über das Wasser zu gleiten und die Tiere vom Kanu aus zu beobachten. Diese Nähe und Stille, ganz ohne Motorengeräusch, ist für mich der Inbegriff dieser Wasserwildnis – und ein Traum, den ich mir unbedingt noch erfüllen möchte.
Meine nächste Reise
Chile
Schon im Oktober geht es für mich nach Chile – von der Atacama-Wüste im Norden bis nach Patagonien mit dem Torres del Paine, weiter auf die Insel Chiloé und in die Seenregion. Eine Strecke, die von der Wüste bis zu Gletschern und Vulkanen fast alle Landschaften eines Kontinents auf einmal zeigt. Ich freue mich darauf, diese Kontraste am Stück zu erleben und die Eindrücke direkt in meine Beratung mitzunehmen.
Über Nils – Wie drei Regionen mein Herz eroberten
Angefangen hat alles in der Kindheit, und zwar mit Afrika. Ich habe die Hörspielkassette von „Kimba, der weiße Löwe“ rauf und runter gehört, „Der König der Löwen“ und „Frei geboren“ taten ihr Übriges – dieser Kontinent hatte etwas, das mich nicht mehr losließ. Meine erste Reise nach Ostafrika, nach Tansania, liegt inzwischen rund zwanzig Jahre zurück. Später fiel mir ein Buch von Dian Fossey in die Hände, die jahrelang die Berggorillas erforscht hat, und von da an stand fest: Diese Tiere möchte ich einmal in ihrem eigenen Lebensraum sehen. 2014 war es dann so weit, und ich reiste zum ersten Mal nach Uganda.
Fast parallel dazu wuchs eine zweite Sehnsucht, die ebenfalls in der Kindheit begann: der Orient. Die Geschichten aus Tausendundeiner Nacht, die Bilder von Wüsten, Basaren und Karawanen – das war eine Welt, die mich magisch anzog. Vor rund zwanzig Jahren reiste ich zum ersten Mal nach Marokko, und die Faszination, die als Märchen begonnen hatte, wurde plötzlich real: der Geruch der Gewürze, das Stimmengewirr in den Gassen, die Weite der Wüste. Seitdem hat mich diese Region nie wieder ganz losgelassen.
Lateinamerika kam chronologisch als Letztes in mein Leben – und wurde doch am intensivsten. Über mein Tourismusstudium in Bremen führte mich ein Auslandssemester nach Medellín. Was als Semester geplant war, wurde zu etwas viel Größerem: Ich blieb, machte ein Praktikum, lernte meine Frau kennen und arbeitete für eine lokale Agentur als Produktmanager und Reiseplaner. Kolumbien wurde zu einem Stück Zuhause – so sehr, dass sich der Kreis heute schließt: Nach Jahren in Deutschland lebe ich seit Januar 2026 wieder in Medellín und arbeite von hier aus unserem lokalen Büro für Take Memories. Afrika, der Orient und Lateinamerika – aus drei Sehnsüchten ist über die Jahre das geworden, was meine Arbeit heute ausmacht.
Doch bei diesen drei Regionen ist es nicht geblieben. Aus der Faszination für das Fremde, die alles ins Rollen gebracht hat, ist eine Neugier geworden, die sich nicht auf Landkarten eingrenzen lässt. Sie hat mich in viele Ecken der Welt geführt – zur frühmorgendlichen Thunfischauktion in Tokio ebenso wie zu den Gletschern Islands oder in die Regenwälder Australiens, um nur drei zu nennen. Jeder dieser Orte hat etwas hinterlassen, und die Liste wird mit jeder Reise länger. Genau das ist es, was ich an meinem Beruf wirklich liebe: dass das Entdecken nie aufhört, weder für mich noch für die Menschen, deren Reisen ich plane.
Orte, die mich besonders begeistern
Zu Hause bin ich vor allem in drei Regionen: im Orient, in Lateinamerika und in Ostafrika mit den Gorillaländern. Dort kenne ich mich am tiefsten aus, dort bin ich immer wieder selbst unterwegs, und dorthin fließt der Großteil meiner Beratung. Für jede dieser Welten gibt es bei Take Memories eine eigene, spezialisierte Marke, auf der Sie tiefer eintauchen können – den Orient bei Orient Memories (für den Oman auch Canvas Club), Lateinamerika bei Latin Memories und Ostafrika bei Safari Memories und Gorilla Memories.
An dieser Stelle möchte ich Sie aber woandershin mitnehmen: an drei Orte außerhalb dieser Regionen, die mich genauso geprägt haben und die zeigen, dass meine Neugier an den Grenzen meiner Kerngebiete nicht haltmacht.
Island
Mein stärkstes Islandbild stammt aus dem Skaftafell-Nationalpark, wo wir eine Gletscherwanderung auf den Ausläufern des Vatnajökull unternommen haben. Es war das Zusammenspiel, das diesen Tag ausmachte: das Knirschen der Steigeisen im Eis, das tiefe Blau in den Gletscherspalten, die Stille dort oben und der weite Blick über eine Landschaft, wie man sie sonst kaum zu sehen bekommt.
An einem anderen Abend derselben Reise erlebten wir dann die Polarlichter zum ersten Mal in ihrer vollen Ausprägung – ein Spiel aus grünen und weißen Lichtern über uns. Ich war mit meiner Frau dort, es war die Nacht vor meinem Geburtstag, und als es Mitternacht wurde, konnten wir gemeinsam auf meinen Geburtstag anstoßen. Ein schöneres Geschenk hätte sie mir nicht machen können. Für mich steckt darin auch etwas Grundsätzliches: Solche Momente werden erst dann ganz vollständig, wenn man sie mit den Menschen teilt, die einem am nächsten stehen – das Erleben und das Teilen gehören für mich untrennbar zusammen. Dabei waren die Gletscherwanderung und die Polarlichter nur zwei von vielen Eindrücken, die geblieben sind – Island steckt für mich voller solcher Momente.
Japan
Mein eindrücklichster Japanmoment beginnt mitten in der Nacht: die berühmte Thunfischauktion auf dem Toyosu-Markt in Tokio, wo die riesigen Fische unter grellem Licht versteigert werden und Händler mit knappen Gesten um sie bieten. Es hat etwas von einem eigenen Kosmos, der längst zu Ende ist, bevor die Stadt überhaupt erwacht.
Später am Tag ging es dann hinüber ins alte Tsukiji-Viertel, wo die Marktstände und kleinen Sushi-Lokale geblieben sind. Wir saßen direkt an der Theke und probierten uns durch verschiedene Sushi – und da war dieser eine helle, kurz geflämmte Weißfisch, der alles übertraf. Dieser Geschmack hat sich so eingebrannt, dass mir das Sushi-Essen seither fast schwerfällt: Mein Kopf ruft bei jedem Stück diesen einen Moment an der Theke wieder auf, an den seither keines mehr herangekommen ist. Das klingt fast ein wenig negativ – dabei schätze ich mich in Wahrheit glücklich, solche bleibenden Momente überhaupt erleben zu dürfen.
Ganz anders, aber genauso geblieben ist eine Begegnung in Kyoto. Bei einer arrangierten Teezeremonie mit traditionellen Süßigkeiten durfte ich Zeit mit einer Geiko verbringen – so heißen die traditionellen Künstlerinnen in Kyoto. Was diesen Austausch so besonders machte, war das Persönliche daran: aus erster Hand etwas über eine Kultur zu erfahren, die sonst weitgehend verschlossen bleibt. Für diese Momente reise ich – es fühlte sich an, als tauchte ich für eine kurze Weile in eine ganz andere Welt ein. Dabei sind das nur zwei Momente aus einem Land, das mich an jeder Ecke aufs Neue überrascht hat.
Australien
Im Kakadu-Nationalpark bin ich früh am Morgen zum Sonnenaufgang mit einem kleinen Boot über das Yellow Water hinausgefahren. Wir glitten an den Swamps entlang, das Licht noch weich und golden, alles ganz still – und dann tauchten wie aus dem Nichts rund um uns herum die Krokodile auf. Dieser Moment, mitten in einer Landschaft, die einem gleichzeitig friedlich und urtümlich vorkommt, ist mir bis heute geblieben.
Ein zweiter Tag führte uns in den Daintree Rainforest im Nordosten des Landes, einen der ältesten Regenwälder der Erde. Mit einem Aboriginal-Guide ging es tief hinein, und der Fokus lag auf den Heilpflanzen seines Volkes – ein Wissen, das über unzählige Generationen weitergegeben wurde. An einer Stelle ließ er uns grüne Ameisen probieren, die überraschend klar nach Limette schmecken und traditionell sogar gegen Erkältungen genutzt werden. Und dann kam der Moment, der uns den Atem anhalten ließ: In kurzer Distanz tauchte ein Kasuar mit einem Jungtier auf – einer der größten flugunfähigen Vögel der Welt, scheu und nur selten zu sehen. Ihn so nah und dann auch noch mit Nachwuchs zu beobachten, war für uns großes Glück.